Dienstag, 27. Januar 2015

Endzeit Wintermantel

 Wir waren in der Endzeit! Es war spannend, kalt und absolut ein Erlebnis!
...wie ich zu meinem feschen (und dezent abgeranzten) Mantel gekommen bin, lest ihr im Folgenden:


Lange habe ich gezögert, ob ich bei einem Endzeitspiel mitmachen sollte - aber letztendlich hat doch die Neugier gesiegt. Aber was ziehe ich nur an? In der Endzeit sollten ja alle Sachen so aussehen, als hätte man sie mindestens die letzten fünf Jahre (oder noch länger) durchgehend am Leib getragen - und das Material sollte auch dementsprechende Gebrauchsspuren und/oder Dreck aufweisen.
Allerdings bin ich nicht unbedingt eine Freundin des völligen Einsauens von Gewandungen - auch wenn das manch andere SpielerInnen mit Hingabe praktizieren. Ich habe deshalb auf einen Mantel aus dem Caritas-Laden zurückgegriffen und auf ein paar Winterröcke aus dem Jahre Schnee, die mir meine Mama netterweise zur Verfügung gestellt hat. (Das war wohl das Beste, was diesen Röcken passieren konnte...^^)


...tja - aus diesem Altkleiderhaufen sollte nun mein neuer/alter Endzeit-Mantel werden. Ich habe aus dem Caritas-Teil die Ärmel herausgetrennt, habe die Röcke zerschnitten und daraus neue Ärmel genäht - man beachte die kreative Hervorherbung der Reisverschlüsse - und habe dann alles noch mit ein paar Sicherheitsnadeln und Krimskrams verziehrt.
Das (vorläufige) Ergebnis sieht so aus:

Der obligate Endzeit-Schmutz soll beim ersten Spiel von Natur dazu kommen.
...hoffentlich ist der Mantel nur warm genug...

Nun, nach dem Spiel, kann ich sagen, es war gerade ausreichend warm - aber mit allem Drum und Dran hat der Mantel ziemlich gut ausgesehen. Hier ein Portrait meines Charakters namens "Sieben":


Sonntag, 25. Januar 2015

Tongesicht

 Um von jedem Material ein bisschen was zu zeigen, habe ich hier nun noch ein Gesicht aus Ton  für euch. Im Rahmen meiner Ausbildung für Bildnerische Erziehung (für Sekundarstufe I) haben wir uns an möglichst ausstrucksstarken Zügen verusucht - also habe ich mich gelich bis zu den Ellbogen in die Masse gestürzt... Das Ergebnis ist dieses:

Bevor man aber so einen Brocken Ton von ca. 1 kg Gewicht brennen kann, muss man ihn innen aushölen, damit er im Ofen nicht sprigt. Das (fast) fertige Gesicht noch einmal mitten durchzuschneiden, hat mir fast körperliche Schmerzen bereitet. Aber was sein muss, muss sein...

Nachdem man aus dem Inneren des Kopfes noch überraschend viel Material herausgeholt hat, wird das ganze mit Schlicker quasi wieder zusammengeklebt und bekommt seinen finalen Feinschliff. Ich habe mich allerdings bewusst dafür entschiede,  die Spuren der Arbeit sichtbar zu lassen. Ich mag es, wenn etwas noch seine individuelle Textur hat.
Schlussendlich blieb sogar noch genügens Material übig für ein zweites Gesicht. 

...ich sollte mir unbedingt wieder einmal ein paar Kilo Ton zulegen...

Steingesicht aus Ytong



Gesichter fasizinieren mich.
Egal ob geszeichnet, fotografiert oder aus Stein oder Ton gestaltet. Mein erster dreidimensional gestalteter Kopf war vor einem Jahr dieser aus Ytong. (Ein Ziegel aus Leichtbeton, den man in fast jedem baumarkt bekommen kann) Die Oberfläche wurde nach der Bearbeitung mit schlichter Spachtelmasse versiegelt und mit einer rotbraunen Oberflächelnpolitur gefärbt.

Dass das Gesicht im Rahmen der Erarbeitung irgendwie süd(see)ländische Züge angenommen hat, war nicht beabsichtigt - aber es zeigt deutlich das Eigenleben, das ein Werk während seiner Entstsehung entwickeln kann. Ich jedenfalls war überrascht, wie mich das Gesicht am Ende der Arbeit angesehen hat.

Gestricktes Partlet

Nachdem ich von einer Freundin einen riesigen Sack voll Wolle bekommen habe, konnte ich meine Nadeln nicht ruhen lassen und habe sowohl für sie, als auch für mich ein Partlet (quasi Renaissance-Ausschnittwärmer) bzw. einen kuschelig warmen Wollkragen gestrickt.


Die Methode ist ganz einfach: man stricke ein L (bei meiner Wolle Anschlag mit 45 Maschen, Nadeldicke 4), wobei man auf die holde Geometrie zurückgreifen kann und drei Quadrate mit einer Seitenlänge von 45 Maschen strickt. Mit Knopf und Schlaufe lässt es sich ganz einfach verschließen; der hübsche Kragen, wird einfach umgelegt und fällt wie von selbst.

Als Muster habe ich ein schlichtes Schachbrettmuster gewählt, in dem man einfach zweimal rechts und zweimal links alle zwei Reihen abwechselt - ein Klassiker aus Volksschulzeiten.

Getragen sieht es ungefähr so aus, wie man es auf diesen beiden herrlichen Renaissance-Winter-Shootings sehen kann.