Dienstag, 8. September 2015

Eine antike Tragödie

Da ich nun schon seit einigen Jahren die Ehre habe, am Epic Empires die Komödien und Tragödien in der Stadt Neapolis (bzw. dem Sebastianum ^^) zu gestalten, muss ich nun einfach ein paar der vielen großartigen Bilder herzeigen, die bei diesen Aufführungen entstanden sind. Vielen Dank an dieser Stelle an die FotografInnen, die uns so dramatisch erwischt haben!


 Unsere Tragödie ist eine Bearbeitung der "Hekuba" nach den Werken von Euripides und Seneca, die ich zusammengekürzt und komprimiert habe:
Troja ist gefallen, es bleibt den Frauen nichts anderes übrig, als zu klagen. Da kommt Taltybos, der Bote der Griechen und verkündet das weitere Schicksal der Frauen. Hekuba ist dem Odysseus zugelost worden, dem Helden, der den Untergang der Stadt besiegelt hat. - Und mehr noch: Odysseus verlangt den kleinen Sohn Andromaches... Die Heldengattin will erst noch den Kleinen retten, doch Odysseus stellt ein Ultimatum: entweder sie gibt ihren Sohn heraus, oder der König von Ithaka wird das Grabmal des berühmten Hektor zerstören. Schließlich fällt die Entscheidung und der einzige Sohn des Odysseus muss seinem Vater in den Tod folgen.

Es kommt noch schlimmer. Der Bote der Griechen verkündet, dass auch der Leichnam des letzten Sohnes von Hekuba, der junge Polydorus, an den Strand gespühlt wurde. Wer soll nun noch die Geschichte Trojas besingen, wenn es niemanden mehr gibt, in dessen Adern Heldenblut fließt?


Aus der größten Verzweiflung kann nur noch eines erwachsen: Unversöhnlicher Hass und schreckliche Rache.
Hekuba, die all ihr Glück verrinnen sah, ruft nach König Polymestor, dem sie einst ihren jüngsten Sohn anvertraut hatte. Mit einem Versprechen von unermesslichen Goldschätzen lockt sie ihn zu sich.

Die Gier macht den König blind... um das Geheimnis des Goldes zu erfahren schwört er beim Leben des jungen Polydorus. Oh, schreckliche Lüge!
Hekuba kratzt dem Meineidigen die Augen aus.

Fotos von Rheinlinsen 2015. Vielen herzlichen Dank!

Römische Wandmalerei

Für das heurige Epic Empires habe ich für unser Lager der Antike eine "Wandmalerei" zum Aufhängen gestaltet. Sie sollte die edle Loge der Arena, in welcher die großartigen Gladiatoren des Aetius Sebastianus kämpfen, schmücken.

Zunächst habe ich mich von den Mosaiken und Ausgrabungen von Pompeij inspirieren lassen, allen voran von diesem Bild er drei Gratien:
Fresko aus Pompeji, Museo Archeologico Nazionale, Neapel
Auf einen schlichten Leinenstoff von Ikea habe ich dann meine Vorzeichnungen gemacht, völlig kunstos, einfach mit Bleistift, dass ich mich später dann bei Malen besser orientieren kann.


Da das Bild später auch Wetter aller Art (und es hat zwischendurch gewaltig geregnet...) gut überstehen kann, habe ich mich für Acrylfarben entschieden. Damit die trockene Farbe nicht abblättert, habe ich dabei relativ feucht gemalt, was sehr gut funktioniert hat.

Ganz oben habe ich Lorbeergirlanden gemalt, die einen zentralen Musenkopf umgeben. Links in einem Medaillon ist Apoll zu sehen, rechts Artemis; im Zentrum des Bildes befinden sich die drei Gratien. Am unteren Bildrand befindet sich quasi ein Fries, das in mehreren kleinen Feldern Portraits, erotische Darstellungen (typisch Antike!) und Frauengestalten zeigt.


Damit es schön römisch ist, habe ich auch noch drei ausgesprochen geistreiche lateinische Sprüche hinzugefügt:

NOX LVMEN AMORIS - Die Nacht ist das Licht der Liebe.

OMNIA SOL TEMPERAT - Alles mildert die Sonne.

SVNT OSCVLVM BASIVM SVAVIUM LINGVA AMANTIVM
Der Kuss, das Busserl und der [erotische] Kuss sind die Sprache der Liebenden.

(Hier kann man übrigens deutlich sehen, dass man im Latein eine recht genaue Unterschiedung an verschiedenen Kuss-Formen hatte, die man im Deutschen kaum so ausdrücken kann!)

Leider gibt es (bisher) kein gutes Bild von meinem Wandgemälde in Neapolis, am EE - aber weil es so schön und sexy geworden ist, wurde das Gemälde zum Glück auf den Tagen der Tapferkeit in "Keraphims (Wander-)Paradies" gleich noch einmal aufgehängt. :)

Fotos von Dunja-Maria Auswarth 2015
 Und so gemütlich war es bei den wunderschönen Kurtisanenen (und natürlich bei dem tollen Gemälde...), dass sogar gestandene Nordmänner sich gerne bei uns niederließen.