Dienstag, 11. Oktober 2016

Wieder ein viktorianisches Ballkleid!

Man kann ja darüber diskutieren, wie viele Ballkleider frau haben sollte - und wahrscheinlich kann man noch mehr darüber diskutieren, wie viele viktorianische Ballgarderoben frau wirklich braucht - aber auf so eine Diskussion lasse ich mich erst gar nicht ein! ;)


 Ich habe also einen bereits bewährten Dirndl-Schnitt hergenommen und - wieder einmal - meinen guten Vorsatz gebrochen, sicher NIE WIEDER einen Samtstoff zu verarbeiten. (Himmel, was hab ich wieder geflucht...) Als Innenfutter habe ich einen Rest von olivgrünem Taft verwendet.


Das Ergebnis ist allerdings gar nicht so übel geworden. Das Fluchen hat sich also ausgezahlt^^.
Die Ärmel, die knapp auf den Schultern sitzen, habe ich schließlich noch mit einer schokobraunen Spitzenborte verziert, sowie eine schwarze Rosen-Borte (alles beste Reste) über die Häkchen am Verschluss gesetzt. Hinten habe ich noch eine Rosette aus schwarzer Spitze und dem letzten Rest der braunen Borte angenäht, aber die werde ich vielleicht auch wieder abmontieren, irgendwie passt sie mir nicht so ganz ins Konzept.

Und so sieht das ganze nun in getragenem Zustand aus. Und ja, ich weiß, dass ich dringend mehr Unterröcke unter dem Kleid tragen muss, aber für diese Fotos war ich (zugegeben) zu faul dazu.


 Mal sehen, ob ich mit dieser Garderobe irgendwelche werten Gentlemen am nächsten viktorianischen Ball auf mich aufmerksam machen kann...

Loop-Schal aus Vintage-Wolle

In letzter Zeit bekomme ich aus allen möglichen und unmglichen Quellen immer mehr schöne alte Wolle, die unbedingt verstrickt werden will. Deshalb tue ich nun ein gutes Werk und versuche aus den nicht mehr ganz jungen Resten fesche neue Sachen zu machen. :)
Hier nun ein grün-blauer Loop-Schal in hübschem Ajour-Muster, der hoffentlich bald eine neue Besitzerin findet.


...und weil der erste Loop so hübsch geworden ist, gibt es hier gleich noch einen - diesmal allerdings aus einer bunten Flausch-Wolle. Anschließend habe ich auch noch kleine Perlen in jede Raute genäht, damit das ganze auch noch ein bisschen Glitzer bekommt.


Montag, 10. Oktober 2016

Silvester-Schneiderei - Mein k.k. Hofballkleid-Projekt


Zwischen Weihnachten und Neujahr hat man ja (wenn man den richtigen Beruf gewählt hat ^^) doch einige Tage frei, die man sinnvoll nutzen muss. Was also tun? Ich habe die Zeit für ein neues Näh-Projekt genutzt, das - wenn alles sitzt - bei einem historischen Ball demnächst zum Einsatz kommen soll.

Vorerst gibt es aber nur ein paar Bilder von meinem kreativen Chaos...


...es gilt Unmengen an Stoff zu verarbeiten - natürlich in meiner Lieblingsfarbe Grün...
Glänzender oliv-farbener Taft und sanftes Graugrün in rauen Mengen, dazu viel Gold und Glitzer... :)


Der Schnitt des Oberteils ist ein schon mehrfach bewährtes Dirndl-Schnittmuster, das ich z.B. auch hier verwendet habe. Daran habe ich einen etwas ausladenden "Bustle" genäht, der über den Cul-de-Paris fällt und somit die historische Figur noch extra betont.
 





 
Der Rock ist quasi im Bahnenschnitt gefertigt (allerdings völlig schnittmuster-frei), wobei der vordere Teil in einer weiten A-Linie fällt; den hinteren Teil mit Schleppe habe ich in breite Falten gelegt, die schön über den Cul fallen.
Damit der Rock noch hübscher ist (und weil ich den Saum ein bisschen verpfuscht habe), habe ich noch einen Volant aus dem olivgrünen Taft darüber genäht und mit einer glitzerden Goldborte versehen.


 

Und so sieht das Kleid in getragenem Zustand aus. Es gibt dazu noch einen kleinen Überrock/ Bustle aus dem dunkleren Taft, den man nach  Belieben hinzufügen kann. Ach, ich liebe das Kleid!
...aber merkwürdig ist das schon - genau so ein Kleid habe ich auch auf einem uralten Foto gefunden... 
Was für ein Zufall... ^^

 

Und so sah das ganze Kleid schließlich in Aktion aus... 
Ich hatte die unheimliche Ehre auf einem (fiktiven) Diplomatenball die Kronprinzessin Stefanie zu spielen, und zwar an der Seite meines (ganz wider die Geschichte) hinreißenden Gemahls Kronprinz Rudolf.


Nachdem es dann ein paar Wochen später zu einer (fiktiven) Ausstellungseröffnung nach Schottland, Castle Mar, ging, brauchte die Kronprinzessin natürlich noch eine Abendgarderobe. Also KEIN Ballkleid! - Die Regeln sind streng: Ärmel, weniger Ausschnitt... man muss den Unterschied sehen.
Also nahm ich den Rest vom grünen Taft und klemmte mich noch einmal hinter die Nähmaschine.


 Der Grundschnitt war wieder ein einfaches Dirndl-Mieder, dazu ein auslandendes Schößchen.
Und damit der Prunk dann doch nicht zu kurz kommt (Adel verpflichtet...), wurden auf dem ganzen Teil gefühlte zehn Meter Samt- und Goldborte und Posamente vernäht!

 Der Lord of Mar war sichtlich entzückt... schade nur, dass der Kronprinz aus irgendeinem geheimnisvollen Grund partout nich nach Castle Mar kommen wollte...